![]() |
|
Rückblick auf die Pfingstwanderung 2009Bericht über die Pfingstwanderung des CVJM Großbottwar 2009Von Pfingstsamstag bis Pfingstmontag führte der CVJM Großbottwar seine seit Jahrzehnten schon traditionelle 3-Tageswanderung durch. Diesmal führte die 75 km lange Strecke durch das Hegau und um den Überlinger See. Eine junge und bunte 23 Personen starke Wanderschar, mit Rucksäcken schwer bepackt, startete von Engen im Hegau, um gleich den 844 m hohen Hohenhewen zu besteigen. Das Panorama, welches sich von diesem freistehenden Basaltvulkankegel bot, war atemberaubend. Im Vordergrund die markanten Vulkane des Hegaus, im Mittelgrund der Bodensee und am Horizont breitete sich die Alpenkette bis zu den Viertausender im fernen Berner Oberland aus. Es herrschte ideales Wanderwetter, sonnig, aber durch den kräftigen Ostwind nicht zu heiß, dafür war die Luft kristallklar. Ein Teilnehmer sagte zu mir: "Willst Du uns ins Paradies führen, hier ist ja richtig geil". Da soll doch keiner mehr sagen, die heutige Jugend sei nicht mehr für Gottes Naturschönheiten empfänglich.
Nach dem Abstieg und der anschließenden "Auflaufpause" fehlte ein Teilnehmer. Es war ausgerechnet der jüngste, ein Konfirmand, der zum ersten Mal dabei war. Was tun? Zwei von der Truppe wollten schon aufbrechen um ihn suchen zu gehen, als der Vermisste am Horizont auftauchte. Er hatte im letzten Ort seine Jacke im Rucksack verstaut, als er wieder aufblickte, war keiner mehr zu sehen. Doch er wusste sich zu helfen und fragte sich bei den Dorfbewohnern durch, welchen Weg die Wandergruppe eingeschlagen hatte. Von nun ab wurde jemand bestimmt, der das Schlusslicht bildete um sicher zu sein, dass alle Teilnehmer auch da waren. Ja, eine Wandergruppe aus 5 Frauen und 18 Männern zwischen 13 und 45 Jahren ist wirklich nicht alltäglich. Es kam oft vor, dass das bunte Völkchen mit aufgerissenen Augen und offenem Mund begafft wurde. Der Rucksack, ca. 10-15 kg schwer, bepackt mit Schlafsack und Isomatte, sowie Vesper für 3 Tage war schon bald auf dem Rücken zu spüren, so dass sich jeder auf die ausgiebige Mittagsrast auf der Mägdeburg sehnte. So ein Vagabundenleben vermittelt schon ein Gefühl von Freiheit, da man alles, was man braucht, bei sich hat und das Leben zumindest für drei Tage auf die Grundbedürfnisse beschränkt ist. Das rückt die wahren Dimensionen wieder zurecht, denn bei einer CVJM Pfingstwanderung zählen Werte wie Zusammenhalt, Gemeinschaft, Kameradschaft, Hilfsbereitschaft, miteinander reden und zuzuhören. An jedem Tag wird eine Andacht gehalten um auch unsere Beziehung zu unserem Schöpfer immer wieder neu auszurichten. Über die Phonolithvulkane Hohenkrähen und Hohentwiel, vorbei an Deutschlands höchstgelegenste Weinberge (520 m ü. M.) erreichte die Mannschaft nach 25 km ihre Unterkunft, das Gemeindehaus der Paulusgemeinde in Singen, wo wir vom Singener CVJM Vorstand Michael Hänel freudig begrüßt wurden.
Der zweite Tag begann ganz entspannt mit einer Zugfahrt von Singen nach Markelfingen am Untersee. Zu Fuß ging es vorbei am Mindelsee, der wie überhaupt der gesamte Bodensee ein eiszeitliches Relikt ist. Durch den Rückzug der einstigen Gletscher entstanden sie als eiszeitliche Schmelzwasserseen. Über den Bodanrück erreichte die Wandergruppe singend zum Ukulelenklang die Marienschlucht, durch die ein Weg hinunter zum Überlinger See führte. Während der Mittagsrast am Seeufer, konnten die ganz Hitzigen es sich nicht verkneifen im kühlen See ein Bad zu nehmen. Auf herrlichen Wanderwegen entlang des bewaldeten, steilen und wenig besiedelten Südwestufers des Überlinger Sees ging es nach Dingelsdorf. Von dort mit dem Schiff auf dem obersten Sonnendeck nach Meersburg. Die Landschaft am See, mit den Palmen an den Seepromenaden mutete so südländisch an, so dass richtige Urlaubsstimmung bei allen Teilnehmern aufkam. Am Hafen von Meersburg erwartete Volker Jarsch die müden Wanderer und geleitete sie durch die Altstadt ins Martin-Luther-Haus. Wie in Singen wurden wir auch hier freudig empfangen und herzlichst umsorgt, so dass ich an den Spruch von Romano Guardini denken musste: "Es ist der Gastfreundschaft tiefster Sinn, dass wir einander Rast gewähren auf dem Weg zum ewigen zuhause". Ich denke diese Erlebnisse prägen jeden Teilnehmer, wenn hautnah Gastfreundschaft und Nächstenliebe erfahren wird.
Am nächsten Morgen führte die Stecke meist auf halber Höhe entlang des Überlinger Sees. Hier war das ganze Ausmaß des am 26. Mai niedergegangenen Hagelsturms zu sehen. Die Reben ohne Blätter, wie letztes Jahr am Großbottwarer Harzberg, entwurzelte Bäume, gesperrte Wege und abgebrochene Äste und Zweige lagen überall auf dem Boden zerstreut. Vorbei an den Pfahlbauten von Unteruhldingen und an der barocken Klosterkirche Birnau nach Überlingen, wo am Seeufer die Isomatten zur Mittagsrast ausgerollt wurden. Kurz zuvor stürzte der bereits o.e. junge Konfirmand so unglücklich, dass er sich den kleinen Finger brach. Doch er ließ sich nichts anmerken, so dass es weiter ging, vorbei an der romanischen Sylversterkapelle in Goldbach hinauf den Sipplinger Berg zum Haldenhof, dem Zielpunkt der Wanderung. Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass von hier oben einer der schönsten Blicke über den fjordartigen Überlinger See und Bodensee bis zu den Alpen zu genießen ist. Selbst die jüngeren der Gruppe, die weniger Sinn für Ausblicke haben, stimmten kopfnickend zu und bestätigten, dass sich dieser Aufstieg wirklich gelohnt habe.
So war die Pfingstwanderung 2009 wieder ein herrliches Erlebnis, dank der homogenen und harmonischen Gruppe, der landschaftlich reizvollen Strecke und der, im Gegensatz zu den letzten Jahren, nur 75 km langen Wanderstrecke. Einige waren diesmal zum ersten Mal dabei, andere machten sich vor 30 Jahren das erste Mal auf die Strecke. Möge die Tradition des Pfingstwanderns dem CVJM Großbottwar noch lange erhalten bleiben. In jedem Falle immer eine bleibende Erfahrung. [Markus Pantle]
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| © 2012 CVJM Grossbottwar e.V. Webdesign by econsor werbeagentur |